Nicht nur Amtsträger und andere Hauptverantwortliche......
Gedanken zu Lukas 10, 1-9
Sinnstiftende Botschaften brauchen die Menschen auch heute in
unserer Zeit.
Das zeigt sich im großen Zulauf in esoterische Kreise hinein und zu
selbsternannten Heilspropheten.
Der Mensch kann letztlich die transzendente Wirklichkeit nicht ausblenden. So
sollten Christen die Chance nutzen, da ihre geistliche Botschaft unvergleichbare
Sinn- und Lebenstiefe vermitteln kann.
Wer ist dafür verantwortlich? Nicht nur Amtsträger und andere
Hauptverantwortliche...
Die Aussendung von 72 Jüngern bei Lukas zeigt, dass alle Jünger Jesu - nicht
nur der "Zwölferkreis" - , dass alle Gläubige zur Weitergabe des
Glaubens gesendet und aufgerufen sind.
Wir haben alle den Glauben empfangen und können ihn nur dadurch lebendig
erhalten, dass wir ihn weiterschenken, d.h. wir sind keine
"Endverbraucher", sondern "Zwischenhändler".
Lukas nennt nun vier Grundhaltungen für die
Glaubensvermittlung
1. Das große Vertrauen in die geistliche Kraft des Christentums
"Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter", d.h. es
gibt viele Menschen, die auf sinnstiftende Botschaften warten, da der Glaube an
die Machbarkeit aller Dinge keine Überzeugungskraft mehr besitzt. Auch wenige
können durch überzeugt gelebten Glauben viele erreichen.
3. Der Geist der Armut
"Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe",
d.h. der Glaubensbote darf letztlich nicht auf seinen Besitz, seine Machtmittel,
sein Können und sein Organisations-talent setzen. Er muss wissen, dass Glaube
nicht machbar, sondern ein Geschenk von Gott her ist.
4. Das Hoffnungspotential, das jeder Resignation widersteht
"Das Reich Gottes ist euch nahe", d.h. jetzt schon ist die
"Welt Gottes" zu erleben und zu spüren, wo Menschen miteinander
anfangen, für eine "geschwisterliche Welt", bzw. für eine
partnerschaftliche Weltgemeinschaft zu wirken.
Neben dem Bemühen um eigene Glaubenstiefe sollte bei allen Christen das Glaubenszeugnis in dieser Welt, für diese Welt - mit anderen zusammen - ein bleibender Anspruch sein.
Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ