Aschermittwoch - 2004
"Bedenke, Mensch, dass du Staub bist
und wieder zum Staub zurückkehren wirst!"
Eine schon recht alte Zeremonie hat diesem Tag den Namen gegeben. Der Vorgang ist der folgende: Meistens nimmt man die inzwischen ganz eingetrockneten Palmzweige des letzten Jahres. Sie werden verbrannt. Die Asche wird im Gottesdienst gesegnet. Die Gläubigen werden eingeladen vorzutreten. Mit der Asche zeichnet dann der Priester den Gläubigen ein Kreuz auf die Stirn; dabei spricht er die Worte: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehren wirst!"
Es besteht kein Zweifel: Das ist ein drastisches Zeichen, - das sind gleichsam an die Nieren gehende Worte! Sterben-Grab-Staub-werden betreffen eine Realität unseres Lebens. Und das Gefühl mag folgern: Das ist das Aus!
Ich bin sicher: Mancher, der bewusst diese Zeremonie an sich vollziehen lässt, den wird es spontan zu der Frage drängen: Ist das das AUS? - Ich ergänze: Den Menschen diese Frage ins Bewusstsein zu holen, ist die klare Absicht der Zeremonie!
Vom bekannten Schauspieler Heinz Rühmann wird berichtet, dass er selbst einmal die Frage stellte: "Ja, ist das alles?" Und er gab die Antwort: "Das kann ja nicht sein!"
"Glaubt an das Evangelium!" - Ergreift diese Lebenschance!
Dem, der die Frage stellt: "Ist das alles?" wird im Evangelium die folgende Antwort gegeben: Nein, es ist nicht alles! Aber mache eine innere Kehrtwendung weg von der erschütternden Einsicht des AUS hin zu dem Wort der Verheißung, das der Schöpfer ALLEN Menschen durch den Mund Jesu zuspricht: "Glaubt an das Evangelium!" Das Evangelium aber beinhaltet die aufrichtende, frohe Botschaft: Gott, dein Schöpfer, überlässt dich nicht geschöpflicher Sterblichkeit - und dann Aus und Ende, sondern der Schöpfer, der dich ins Leben rief, will dich im Leben für immer - für ewig erhalten. Er selbst will sogar mit dir leben, - du sollst dein wahres Zuhause bei ihm finden - und zwar ein reiches Leben!
Realisiert wird das Werk der Erlösung durch Jesus Christus. Er wurde Mensch und ist seitdem unser solidarischer Wegbegleiter. Wer sich aber bei ihm durch Glauben fest macht, den wird es, wie dem geheilten Blinden drängen, diesem Jesus unbedingt zu folgen; dem wird es ein Herzensanliegen sein, dem Herrn immer mehr verbunden und geistig geeinter zu werden. Er wird sich vom Herrn mitnehmen lassen, sich auch den Händen des ewigen Vatergottes anzuvertrauen, - und er wird gleichzeitig die Mitmenschen als seine Schwestern und Brüder erkennen. Das Band, das alle verbindet, ist der auferstandene Jesus Christus: Das Licht der Welt, - der Garant der bleibenden österlichen Lebensfülle!
Pater Johannes Kalmer SCJ