Eine 2500 Jahre alte Botschaft - heute noch aktuell.

Wie viele Künstler - Maler, Musiker und Dichter - mehr und mehr, auch nach ihrer Zeit, Beachtung gefunden haben, so ging es auch alttestamentlichen Propheten. Die Deutung und Wirkung ihrer Worte verloren auch in späteren Zeiträumen nicht an Kraft. Das Jesaja-Wort "...Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkündige und den Gefesselten die Befreiung..." hat Jesus bei seinem ersten öffentlichen Auftreten zum Masstab seiner Sendung gemacht. Ja er selbst - so der Evangelist Lukas - stellt sich dar als die Erfüllung dieses Schriftwortes (Jes 61,1 und Lk 4,18).

Obwohl das Jammern und Klagen nicht aufgehört hat, obwohl mit dem Blick nach Israel und Irak der Friedenprozess keine Chance mehr zu haben scheint, obwohl die Angst vor wissenschaftlichem Willkürverhalten und Terrorismus um sich greift, bekommen Worte der biblischen Frohen Botschaft gerade jetzt beachtliche Chancen. Je dunkler die Hintergrundfolie, desto heller wirken die licht- und heilmachenden Botschaften. Denn vieles gelingt auch, was wohltuend, heilbringend, aufbauend, rettend, erlösend und befreiend empfunden wird. Auf der Suche nach solchen guten Nachrichten sollten wir uns nicht nur auf die Medien verlassen, die - auf Sensationskurs getrimmt - mehr Negatives berichten. Dabei können die guten Nachrichten auch eine umwerfende Sensation sein. Aber solche Nachrichten findet man im Alltag. Es sind Ereignisse, die ihre Kraft aus den prophetischen Worten der Bibel schöpfen. Da, wo die Verantwortung einer Plegesituation jahrzehntelang unter schwierigsten Bedingungen durchgehalten wird, wo getröstet wird und die Versöhnung Wunden heilt, wo Zuwendung und Achtsamkeit Menschen aus ihrer Mutlosigkeit harausholt, wo kreatives Denken und Handeln Verkrustungen aufbricht, dort geschieht ganz aktuell und sensationell die Einlösung des Jasajawortes, das auch Jesus sich zu eigen gemacht hat.

Es sind nicht die lärmenden, schreienden, in der Öffentlichkeit aufgeblähten Ereignisse, sondern die "stillen Sensationen", die die Welt und die Menschheit am Leben erhalten.

Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ

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