Christsein überholt?

Vielen fällt es heute schwer, sich heute aus Christ zu "outen". Christsein ist nicht mehr "in". Man ist heute alles Mögliche, aber Christ? Das Gleichnis von den bösen Winzern (Mt 21, 33-43) mag den müde und unsicher gewordenen Christen trösten, indem es auf das Schicksal der Propheten hinweist. Weil sie ihren Auftrag erfüllten und den Menschen von Gott erzählten, wurden sie Opfer von seelischer und sogar von körperlicher Gewalt. An ihr Schicksal werden wir heute erinnert, falls wir uns über unsere gesellschaftliche Ablehnung beklagen. Dabei sitzen inzwischen alle Gottgläubigen, seien es Juden, Muslime oder Christen, in einem Boot. Sowohl der Jude als auch der Christ befindet sich vor der Tür zum gesellschaftlichen Leben, ohne dass ihnen Prügel angedroht werden. Gottes Geschichte mit den Menschen will man im Moment nicht hören. Aus diesem Grund suche ich den Trost im Evangelium: Ich bin nicht allein, wenn man mich wegen meines Glaubens ablehnt. Meine Glaubensgeschwister kennen die Situation, sobald sie wie die Knechte von ihrem Glauben reden. Statt billiger Harmonie bietet das Evangelium eine nüchterne Einschätzung an. Und Realismus hilft mir und tröstet mich! Das letzte Urteil fällt sowieso Gott, wenn er kommen wird.

Es grüßt Sie
Pater Siegfried Coldehoff SCJ

 

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