Fasten - Einübung in die Freiheit
Wie sehr wir uns von der Werbung abhängig machen, verlocken lassen, verführen lassen - wir merken es vielleicht gar nicht mehr. Wir lassen uns durch Meinungsmacher ein großes Stück Freiheit nehmen.
Die beginnende Fastenzeit könnte uns mit den Mitteln Verzicht und Askese das Einüben in die Freiheit ermöglichen.
Es soll ja auch schon Situationen geben, wo Alkohol, Süßigkeiten, Nikotin, Tabletten, Spielsucht(auch am Computer), Fernsehen u.a. schon längst die Herrschaft über uns ausüben. Neben diesen stofflichen und materiellen Abhängigkeiten gibt es auch die verhaltens-gebundene Abhängigkeit. Arbeitswut, Leistungsdrang, Ordnungssucht, prinzipielle Rechthaberei, sexuelles Verhalten u.a. kann uns eben auch zu stark beherrschen.
So gesehen geht es beim Fasten um´s Gewicht, um die richtige Gewichtung, um ein ausgewogenes Gleichgewicht wieder herzustellen.
Einüben in die Freiheit bedeutet dann den Verzicht auf etwas um zu erfahren, dass ich davon frei sein kann, um ein Übergewicht wieder abzubauen.Für Christen verbindet sich das Fasten mit dem Blick auf Jesus, der 40 Tage in der Wüste fastete zur Läuterung, Sammlung und Vorbereitung auf sein öffentliches Auftreten.
Es muss Zeiten geben, wo wir leer werden müssen, damit Gott uns erfüllen kann mit "geistlicher Kost", damit wir wandelbar und damit neu werden können. Es geht darum, die die Freiheit belastenden Abhängigkeiten abzustreifen um sensibel zu werden für das Wesentliche.
Das Lesen eines guten Buches (die Bibel darf dazu gezählt werden), das bewusste Naturerleben, die Entdeckung des Menschen neben sich (kann bisweilen spannender sein als ein Fernsehkrimi), ein Gottesdienstbesuch, kurz gesagt die Wiederentdeckung, bzw. die Aktivierung von Dingen, die nicht käuflich sind, stärken die Würde des Menschen, den wir als ganzheitliche Person begreifen müssen.So geht es in der Fastenzeit darum, Leib und Seele, Gemüt und Verstand in eine Harmonie zu bringen, damit materielle Überlastungen, aber auch zu heftige geistliche Abhebungen das Gleichgewicht nicht zerstören, das die Ganzheitlichkeit des Menschen im Blick behalten will.