Zum Fest Christi Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1,6-11)

Es geht letztlich um die eine Wahrheit, mit der unser christlicher Glauben steht und fällt - um die Osterbotschaft, die von der Auferstehung Jesu Christi berichtet. Somit ist Himmelfahrt nur ein anderes Wort für Auferstehung. Beides bedeutet: Jesus ist nicht im Tod geblieben. Er ist bei seinem Vater.
In unserem Glaubensbekenntnis ist diese Glaubenswahrheit so ausgedrückt: "Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters" Das Osterereignis drückt sich also in verschiedenen Bildern und Sprechweisen aus.

Ein Aspekt, der am Fest Christi Himmelfahrt hinzu kommt, ist der Blick auf die Zukunft der Kirche, wenn Jesus nicht mehr leibhaftig unter uns ist. Der Weggang Jesu bedeutet nicht, dass wir nun allein gelassen, gleichsam als Zurückgelassene auf uns selbst gestellt sind.
Jesus verspricht die Sendung des Geistes. Wir werden seine Kraft empfangen und so mit genügend Dynamik ausgestattet sein, dass die "Sache Jesu", der Aufbau des Reiches Gottes weitergehen kann bis ER wiederkommt.

Die Kraft, die uns zugesagt ist, ist die Hoffnungskraft des Auferstandenen, die die Kräfte des Lebens gegen die Kräfte des Todes anwachsen lässt. Immer, wenn in der Welt die Dienstbereitschaft über die Herrschaftsinstinkte siegt, wenn Vergebung und Versöhnung Streit und Hass überwindet, wenn Menschen immer wieder gegen Strukturen der Sünde anrennen und gerechtere Formen des Zusammenlebens schaffen, wenn die Hoffnung der Resignation widersteht, wenn die Liebe allen Formen des Todes Paroli bietet, dann verwirklicht sich ein Stück Auferstehung, bzw. "Reich Gottes" schon jetzt auf dieser Erde.

Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ

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