Gefragt sind die heilenden Kräfte des Glaubens (nach Mk 6,7.12-13)

 Wer gesendet ist mit dem Anspruch eine "Frohe Botschaft" zu bringen steht auf verlorenem Posten, wenn er nur "Moral" predigt oder vergeistigt, gleichsam schon "über der Erde schwebend", am irdischen Leben vorbeiredet.

Der Mensch ist Teil der Schöpfung und bleibt ein "Erdling". So ist er auch hineingewoben in das Konzept des "Erlösungsgeschehens", eine Tat Gottes, die vor allem Gesundung und Heilung im Blick hat - letztlich die Befreiung von Sünde und Tod.

Aber schon jetzt muss Verkündigung und Heilung zusammen gesehen werden. Wenn wir das bleibend Gültige in der neutestamentlichen Botschaft ernst nehmen, muss diese innere Zusammengehörigkeit von glaubhafter Verkündigung und therapeutischer Seelsorge erfahrbar sein.

Christen sollten den "heilenden Blick" nicht verlieren. Der Einsatz zu helfen, wo körperliche, seelische und geistige Krankheit den Menschen quält, ist unverzichtbarer Bestandteil einer "Frohen Botschaft".

Es gibt auch in der Gesellschaft, in der wir leben "Krankheitsbilder" in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen. Auch hier können sich Christen bei der Bemühen um Sanierung nicht entziehen.

Heute verstehen wir unter Heilung auch die Gesundung der Umwelt, in der der Mensch zu Hause ist. Auch hier gehört es zum christlichen "Frohes Botschaft-Denken" verantwortlich zu handeln, denn Heilungsprozesse in der Natur sind auch Heilungsprozesse für den Menschen.

 

 Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ

 

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