Gottes Ruf wahrnehmenGottesbegegnung?
(Gedanken zu den Lesungen vom 5. Sonntag im Jahreskreis: Jes 6,1-2a.3-6, Lukas 5,1-11)
Anfrage an unser Leben
Was in den Schrifttexten des 5. Sonntags im
Jahreskreis gesagt ist, gilt für uns als ernsthafte Anfrage an unser Leben. Wir
nennen unser Kloster gern geistliches Zentrum. Wir möchten damit zum Ausdruck
bringen, dass wir nicht nur Erwachsenenbildung anbieten möchten, sondern den
Menschen mehr bieten.
Aber was heißt das? Wird hier auch nur etwas angeboten mit einem gut
klingenden Schlagwort, das sich letztlich als Worthülse erweist? Hoffentlich
nicht!
Ordensleute leben in der Nachfolge Christi, sie bemühen sich darum:
Zeichen der Nachfolge Christi als Gemeinschaft sind die Gelübde zu denen wir
uns verpflichten
· Die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen: Die Vereinigung mit Christus in den Sakramenten und durch persönliche Askese will unser Herz frei machen und uns offen werden lassen für die Eingebungen des Heiligen Geistes und für die Begegnung mit dem Nächsten in geschwisterlicher Liebe
· Die Armut: Sie hält uns an nach einem einfachen und bescheidenen Lebensstil zu suchen, indem wir uns als Gemeinschaft verantwortlich wissen für den Gebrauch der irdischen Güter.
· Der Gehorsam: In diesen Gelübde wissen wir um die besonderer Verfügbarkeit aller, den Willen Gottes zu suchen. Wir bezeugen unseren Oberen Achtung und Aufrichtigkeit und arbeiten mit ihnen zusammen im Dienst an den Menschen, für das Gemeinwohl.
Natürlich sind wir dabei den Dingen dieser Welt gegenüber
aufgeschlossen, doch wir sind auch versucht, dem Zeitgeist zu verfallen und
Weltoffenheit mit fadenscheiniger Bequemlichkeit zu verwechseln. Oft ist es
schwer zu entscheiden, was uns wirklich dient, oder was nur anziehend wirkt,
aber am Leben vorbei geht.
An Jesus selbst, der uns in allen gleich war außer der Sünde kann man ablesen,
dass Gottes Weg in die Welt hinein führt, in ihre Geschichte, in ihre Nöte, in
ihre Zukunftshoffnungen in ihre Gemeinschaftsformen. Gott ist in unserer Welt
präsent durch Menschen und geistliches Leben zielt ab auf das Leben bei und mit
dem Menschen im Alltag; es versucht bestimmte Lebensumstände in ihrer
Bedeutsamkeit wahrzunehmen und geistlich zu leben.
Es grüßt Sie
Pater Siegfried
Coldehoff SCJ